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T e X t s a L a t   -  es  ist  anged ichtet !  -  'Lesen ' Sie zu !

 

 

oder:

Muss nicht unbedingt ‚CoroNachrichten‘ heißen, denn es gibt garantiert weniger als             35 C-Erwähnungen innerhalb von 100.000 Worten

Kurz- und Kleingeschichten von Norbert Diem                                                                            von der Straße auf die PC-Tastatur und ins Web

                                      Seit der 12. Kalenderwoche 2020

hier absteigend hochgeladen; d.h. die neueste Geschichte steht ganz unten am Schluss !

 

 

Dünner Mann mit Hündchen                                                                                        18.März2020

 

„Wie ein Maultier, das Eis zur Sonne bringt“, so hieß glaub‘ ich der Titel, der mir in der zur Abendstunde beleuchteten Schaufensterauslage einer Buchhandlung besonders auffiel.

Mit diesem und anderen Buchtiteln im Hirn herumjonglierend ging ich ein paar Schritte weiter. Unweit von mir sah ich einen Mann entgegenkommen und sein Näherkommen lieferte Details über seine Erscheinung: schlank, großgewachsen, äußerst elegant gekleidet, wohl Mitte Vierzig und sein grauweißes Minihündchen an einer unsichtbaren Leine ausführend.

Er zog sein Stofftaschentuch aus seiner Jackentasche und führte es gerade zu seiner Nase, als ihm sein kleines Tierchen zuvorkam. Mangels der Hunden nicht möglichen Sitte Schnupftücher zu gebrauchen war es flinker und fabrizierte dank zitterhaft verzerrter Mimik ein eher sichtbares als hörbares Nießerchen. Die Choreographie war nicht perfekt, nicht abgestimmt, denn das Herrchen, schneuzte gar nicht, sondern wischte sich nur geräuschlos die Nase ab. Doch ausgehend von diesem Bild ‚Nießendes Hündchen mit nasewischendem Herrchen‘ ließen sich manch  interessante Variationen erdichten. – Jedenfalls: Gesundheit – fürs erste!

Hinweis: Wenn die Taschentücher ausgehen, tut’s auch WC-Papier oder vice versa. Was dem Hündchen freilich schnuppe sein dürfte.

 

 

 

Suche nach WC-Papier

 

Tatsächlich war ich doch der Meinung, mir meine Hausmarke Toilettenpapier wie gewohnt bei Rossmann besorgen zu können. – Erste Filiale: Die Regalwand hat den Frühjahrsputz überstanden (das WC-Papier nicht). – Gut, dann eben zur nächsten Filiale: - Auf den Vergleich mit Frühjahrsputz verzichte ich. Musste mir mit einer Packung weißer Servietten aushelfen. Danach noch Tee etc. gekauft und an die Kasse; mit den eingekauften Sachen und Abstandhalten. Die Kassiererin trug Handschuhe wie sie auch beim Frühjahrsputz üblich sind. Also doch ???!... – Nach dem Bezahlen fiel mir ein, dass ich den 10%-Rabatt-Coupon nicht vorgelegt hatte. Nachträglich geht’s nicht mehr. Also gut, unfreiwillige Spende an Rossmann.

Auf dem Weg zurück ins Atelier durch die menschenleeren Straßen Philadelphias – gemeint ist natürlich Augsburg – sah ich doch tatsächlich einen Bettler vor der unbeleuchteten Schaufensterzeile unserer weitläufigen FuZo. Beim Näherkommen erkannte ich auch den Hut. Den Inhalt bereicherte ich um eine Zwei-Euro-Münze. „Danke! Schönen Abend!“ wünschte er mir. „Viel Glück!“ fiel mir da nur als Antwort ein, und dachte, der muss wirklich ans Glück glauben, denn außer mir ist hier weit und breit niemand unterwegs.

Ein paar Stunden vor Inkrafttreten der Ausgangssperre ist mein Augsburg Ghost-City. Es fehlten nur noch die rollenden Gestrüppkugeln und ein paar Staubwolken. Verzweifelt sah der Straßenmann nicht aus. Irgendwie ein Seelenverwandter, denn geht’s mir und vielen Künstlern nicht auch so: Bei ihm ist es der Akt des Sitzens mit einem Hut und bei den Künstlern der Akt des Kunstschaffens und der Präsentation….

 

 

 

Fluchtversuche in der Warteschlange

 

Die kurze Warteschlange vor der Kasse eines Discounters wirkt nur deshalb so lang, weil ein Herr vor mir wie angewachsen stehenbleibt. Der Abstand zu den vor ihm mehr oder weniger gleich schnell mit ihrer Ware zur Kasse gelockten Kunden vergrößert sich. Nun sind es schon fast drei Meter. Ostentativ setze ich meinen Einkaufskorb links neben ihm auf einem dieser Metallgitterregale ab. Er reagiert. Ohne umzusehen schnappt er sich zwei Plastiktüten, legt sie auf’s Band und darauf dann seinen einzigen Kauf: Haushaltswischtücher.

WC-Papier wird wahrscheinlich auch hier ausverkauft sein (obwohl es nachweislich kein Nahrungsergänzungsmittel ist). Und flux überholt er die zwei Leute an der Kasse und positioniert sich außerhalb des Kassenbereichs vor einem Fenster. Nun kommen sein Gesicht und seine Gestalt voll zur Geltung. – Und dies verhindert auch kein blaubehimmelter Pseudo-Barock und der ganze restliche Historismus mächtiger Häuserfassaden im Fensterhintergrund – . Welch ein Gesichtsausdruck! – Würde eine Mehrfachbelichtung aus Fotos eines zum Sprung bereiten tollwütigen Iltis, eines angebratenen Karottenschnitzels und eines verängstigten BKK-Insassen angefertigt, sie könnte nicht besser sein.

Die Bezahlung vollzieht sich, als ob die Kassiererin und er Teleskoparme hätten. Jedenfalls musste er sich jetzt aus seiner ‚Deckung‘ herauswagen und den anderen Kunden, die er wohl als eine Art ‚Corona-Zombies‘ einschätzt, gefährlich nahekommen. Und wie schnell er dann entschwand.

An der Kasse unterhielt ich mich noch mit einem nach mir folgenden Kunden, aber nicht wegen dieses kauzigen Typs, sondern weil er die dritte Packung WC-Papier wohl abgeben muss, denn die Abgabe pro Person ist auf zwei Packungen begrenzt. Und da stellt sich mir die Frage, warum hab‘ ich da kein WC-Papier gekauft und warum in aller Welt hat der flüchtende Typ sich mit Haushaltswischtüchern begnügt?

 

 

 

 

Deja vu                                                                                                                                   24.März2020

 

Wie doch in diesen Zeiten menschenleerer Straßen und gebotener Kontaktarmut Begegnungen bewusster wahrgenommen werden können:

Einer alten Frau rutscht an der Kassentheke eine ihrer Stofftaschen herunter. Der Kunde daneben vergisst seinen Sicherheitsabstand und hebt sie auf. Sie lächelt und bedankt sich. Aus der uns allen schon bald vertrauten Lückenwarteschlange erwidert der Kavalier: „Gern geschehen! Hab‘ dabei auch die Luft angehalten“. – Woanders hinter einer Theke steht eine junge Backwarenverkäuferin.  Sie legt die verpackte Backware auf die flach auslaufende Acrylverglasung, die hier schon immer als durchsichtiger Korridor zwischen Kunden und ihr gedacht war. Das Wechselgeld gibt sie ihrem Kunden aber in die offene Hand. Ihre kleine Hand mit den zarten flinken Fingern ganz nah über der furchigen zum Teller gewölbten Großhand des Kunden. Und das Kleingeld fällt wie Saatkörner auf den Hautboden. – Frühling im BackwarenShop –

Und wieder steh‘ ich vor der Schaufensterauslage der Buchhandlung. Jetzt will ich den Namen der Schriftstellerin und des Buchtitels, der mir neulich auffiel, korrekt erfassen: Die Schriftstellerin heißt Sarah Ladipo Manyika und der Titel des in rot gebundenen Buchs heißt ‚Wie ein Maultier, das der Sonne Eis bringt‘.

Wesentlich eleganter, als meine Erinnerung an den Relativsatz. Klingt ein wenig nach „um die fiebrige Sonne zu kühlen“ oder „auf Bestellung der Sonne“ oder einfach doch nur nach Sisyphus ohne Wiederkehr? - Ich merkte mir nur: ‚Wie ein Maultier, das Eis zur Sonne bringt‘ – …das ihr Eis bringt, egal ob sie das will oder weil wir zu viel davon hätten? … Doch so setzte ich in meiner Version das Eis vor die Sonne, was zu meinem heliozentrischen Weltbild ja ganz und gar nicht passt. Und deswegen erst mal der Blick nach oben, weit weit weg von Schaufenstern, Straßen und Häusern. Am Südosthimmel frühmorgens vor nicht allzu langer Zeit gab es eine interessante Konstellation aus Mondsichel, Saturn, Jupiter und Mars zu bestaunen. Und jetzt hier mitten in der Stadt über den westlichen Häusergebirgszügen leuchtet die Venus. Kein Flugzeug! Kein Satellit! Ein Planet! Kleiner als Jupiter, aber näher an unserer Erde und für uns das hellste Himmelsgestirn nach dem Mond.

Und nun vom Himmel über Augsburg wieder runter „back in the streets of Philadelphia“, denn dieser Song kommt mir in letzter Zeit immer wieder in den Sinn, bei meinen seltenen Wegen durch Augsburg City. Nach dem Schaufensterbesuch hab‘ ich keine Begegnung erwartet und so war es auch. Nicht mal die Tauben tippeln kopfwippend übers Pflaster. Keine Menschen. Keine Krümel. Sollte ein wenig von meinem Kuchen abbröseln?

Zurück im Atelier, bereite ich – natürlich alles schon strategisch vorgeplant – meinen nächsten Einkaufsgang vor. – In einer Gasse, ungeplant, wie aus dem Nichts eine Frau. Wie schön doch eine stumme Begegnung sein kann. Wir lächeln uns nur an. Dort wo noch Straßenbahnen und Busse halten sehe ich dann tatsächlich verstreut eine Hand voll Menschen. Nun bin ich zwar schon jahrelang Single und meine Arbeit als Künstler läuft bestens im Alleinsein, aber dass sich mir nun die ganze Stadt gleichsam als Abbild meiner Lebensweise darbietet, das ist mir doch zu viel. Der Großraum als Verstärker der die Trennschärfe zwischen Alleinsein und Einsamkeit allmählich verwischt. Im Lebensmittelmarkt ist noch was los. Meinetwegen drei Meter Sicherheitsabstand, Hauptsache Menschen! Ich bekomme alles was ich wollte. Die Distanzmarken wurden berücksichtigt; insbesondere bei den Regalen mit WC-Papier, denn dort war sowohl links als rechts oder vorne und hinten – wie man’s nimmt – nichts von WC-Papierverpackungen zu erkennen. Wahrscheinlich kilometerweit auf Distanz. Na ja! Mein Vorrat müsste noch gut acht Tage reichen. Bis dahin gibt’s vielleicht sogar mobile Toilettenpapierverkaufsstände…

Wieder im Atelier. Sachen verräumen und auf zum letzten Einkaufsgang für diesen Tag und dem vorletzten der ganzen Woche. – Wieder alles bekommen! Nach dem Papier fürs NullNull schau‘ ich schon gar nicht mehr. Is ja nicht nur für‘s sondern auch identisch mit NullNull. Auch da klappt’s mit den Mindestabständen und der Kassierer hat sogar eine Art Kabine mit Fenstern, was durch an der Decke befestigte, einfgefasste Weichplastikfolien bewerkstelligt wird, wie ich sie als Windschutz bei Flurfahrzeugen kenne. Ein fahrbarer Kassenraum mit Fluchtmöglichkeit ist’s trotzdem nicht. Aber eine gute Idee! Die Kassierer*innen bekommen ja in dieser Zeit das meiste voll ab. Auf dem Rückweg ins Atelier bewegt sich etwas auf unserer Prachtstraße. Ein Essenzusteller! Essen auf Rädern. Genauergesagt auf zwei Rädern. Lunchboxbote oder so ähnlich heißt dies glaub‘ ich. Und wie ich ihn so entschwinden sehe, so ganz allein auf weiter Prachtstraße, kam mir meine Zeit als Taxifahrer in den Sinn.

Nun ist’s ja absurd, dabei und überhaupt an das Schöne dieses Jobs zu denken. Gerade weil bei ‚nix los‘ die Börse leer bleibt, aber es war ja auch in etwa die Stimmung, die ich damals wohl empfunden habe, als nach einer einträglich durchfahrenen Nacht einmal eine Stunde Warten oder Standanfahren kam oder als es nach einer Brotzeitpause an der Tanke wieder auf den Arbeitsplatz Straße ging.

„Muss schon toll sein, mit so ’nem fett’n Mercedes rumzukurven“ – „Ja! Ist es!“ bestätigte ich so manchem Fahrgast. Oder die gefühlte Unendlichkeit von Zeit und Raum nachts bei Regen immer geradeaus durch das ehemals längste Dorf Bayerns (ist ja jetzt Stadt und mit längste Stadt geht’s nicht); bei einer An- oder Rückfahrt ganz allein. Andermal mit jungen Leuten im Fond. Denen hab‘ ich es dann mitteilen müssen, was ich schon bei früheren solcher Regennachtendlosgeradefahrten ‚gesehen‘ habe: „Wir sitzen jetzt nicht mehr in einem Taxi. Dies ist ein Flug durch Raum und Zeit. Begleitet und gelockt von regenbogenfarbenen Lichtern, Sternen und Planeten…“ – Schweigen – Dann bemerkt einer der Studenten von hinten: „Bleib‘ in Deiner Welt!“ – Schweigen – Und ich denke wie jetzt auch: „Scotti! Beam me over!“

 

 

Time machine                                                                                                                27.März2020

 

Wie sonst auch, das Beamen funkionierte nicht:‘Object couldn’t be localised‘. Hat dies was damit zu tun, dass ich als Nightbiker unterwegs bin? Glaube nicht. Dies ist also eine andere Nacht. Und jede Nacht ist der Anfang einer neuen Geschichte.

Einem Freund schrieb ich zum Geburtstag einen kleinen Brief und legte ihm einen Ausdruck der bisherigen Kurz- und Kleingeschichten bei. Selbstverständlich ist’s mit einem Brief wie mit einem Schiff. Dieses ist nicht dazu gebaut, um im Hafen vor Anker zu liegen, und jener nicht dafür geschrieben, um auf dem Schreibtisch liegenzubleiben. Das wäre aber beinahe passiert, denn ich hatte mein Kleingeld großzügig verteilt; konnte also keine Marke aus dem Automat kaufen und mit sämtlichen übriggebliebenen Restbetragsmarken kam ich auf gerademal 55 Cent. Der Geburtstagsbrief hieß postversandtechnisch ‚Kompaktbrief‘. Vielleicht sollte ich auch nur Kompaktge-schichten schreiben, dann könnte ich sie als Postkarte versenden. – Jedenfalls fehlten mir noch 40 Cent. Welche Überraschung! In meiner Börse fand sich doch noch Kleingeld und es reichte sogar für eine 45-Cent-Marke. Also ab auf’s Rad und zum Hauptbahnhof. Dort standen meines Wissens zwei Briefkästen mit Spätleerung und ein Briefmarkenautomat mit Wunschbetragstaste. In der Innentasche meiner Jacke befanden sich drei Briefe: besagter Geburtstagsbrief, ein vorfrankierter Bestellbrief und ein Wahlbrief. Auf dem Briefkasten stand unter Leerungszeiten: 23:30 Uhr. Ich und meine Briefe waren glücklich, denn es war kurz vor 22 Uhr. Nun also auf Taste ‚Wunschwert‘ und vier Mal nacheinander auf ‚+10‘. Bestätigen und auf ‚Ja‘ für Ausdruck der Quittung.

Die Briefmarke habe ich nicht abgeschleckt, sondern mit meiner Technik auf’s Kuvert geklebt; so wie ich das schon immer mache: Handrücken abschlecken und eventuell noch draufspucken und die Marke dann drüberziehen. Erst nachdem ich mich versichert habe, dass sie und die anderen Marken gut auf dem Kuvert festkleben, durfte der Geburtstagsbrief zusammen mit der Bestellung im Briefkasten verschwinden. Alles o.k.! Alles? Was steht da auf dem Quittungsausdruck? 28.03.2020 3:50 Uhr. Mein Handy, die Bahnhofsuhr und ich sind damit nicht einverstanden: 3:1 für 27.03.2020 22:03 Uhr. – Handelt es sich um einen neuen kostenlosen Service der Deutschen Post? ‚Mit uns in die Zukunft! – Diesmal sind es nur knapp sechs Stunden. Kommen Sie wieder! Vielleicht sind es das nächste Mal sechs Lichtjahre. Eine gute Zeit wünscht Ihnen Ihre Zeitmaschine!‘ – Hoffentlich kommen die Briefe nicht auch erst nach Lichtjahren an.

Nicht in Lichtgeschwindigkeit, sondern brav langsam radelnd, ein wenig flanierend, verlasse ich die geheimnisvolle Maschine. Tapfer warten ein paar Taxis am Stand Hauptbahnhof. Ein einziger Mensch sitzt vor einem Spielautomat oder einem Flachbildschirm in einem Billard-Cafe; vermutlich der Besitzer selbst. Ich halte nicht an und erkenne es nicht genauer, nur weiß ich, dass ich soeben das erste Mal eine Version eines tableau vivant*, eines lebend nachgestellten Bilds, von Edvard Hopper gesehen habe, und dies auch noch ganz in der Nähe des legendären Odeon, in dem die Interpretation eines anderen Gemäldes Edvard Hopper‘s als Wandbild des Künstlers Akram Sultan die ohnehin große Anzahl der Gäste der einstigen Brasserie um fiktives, bleibendes Personal erhöht.

Auf den Stufen des getreppten Höhleneingangs einer Bank fanden zwei Nachtschwärmer mit Getränk die Ruhe in der Ruhe dieser Nacht. Irgendwo kam mir ein Radfahrer entgegen und wie sonst in diesen Zeiten fanden sich eine Hand voll Menschen verstreut in der Umgebung der größeren Haltestellen.

Dies nahm ich mit auf dem Weg zum Briefkasten des Bürgerbüros, wo ich den Wahlbrief einwarf, und danach auf dem Weg zurück ins Atelier; nicht ohne den Halt vor der Schaufensterauslage der Buchhandlung; dem Abschluss der Nachtrunde. Eine Gewohnheit von mir, mehr nicht. Es hat sich einiges bewegt.

Das der Sonne Eis bringende Maultier gibt es noch. Neu und ganz vorne und irgendwie passend ist im Rot eines Umschlags zu lesen: Die toten Katzen von London, von Mark Billingham, ein Krimi. – Genau! Krimi! Krimi gibt’s nun auch im Atelier und dazu ‚Pfannkuchen ala NeuSehLand‘ mit Apfelschnitten und Quark. Der Tag war vollgestopft mit Besorgungsgängen, Arbeit am PC und der Vorbereitung für meine kommende Oster- und Frühjahrszeichnung. Den Krimi habe ich mir verdient, egal ob es die toten Katzen von London sind oder die in Amsterdam, denn im DLF heißt es nach Mitternacht ‚Die Katze des Brigadiers de Gier‘.

 

*) Anmerkung: Tableau vivant – Ich bin mir ziemlich sicher, dass es diesen Begriff in der Kunstsprache gibt, auch wenn ich ihn bei der Nachprüfung in meinem Pons-Wörterbuch nicht entdecken konnte. – Doch dies bringt mich noch auf andere Gedanken: Wer will, kann selbst, zu zweit oder mit der ganzen Family ein tableau vivant kreieren. Es kommt nicht auf höchste Originaltreue an. Wer besitzt schon ein Filmstudio? Originalität und Witz sind doch viel cooler. Egal ob ihr euch ein Bild aus den Kunstbildbänden, aus einem Kalender, ein Filmstill oder sogar den Teil einer Performance eines Künstlers raussucht, Hauptsache ihr bringt euch ein und es macht Spass! Das wünsch‘ ich Euch! Denn das Leben geht weiter!

 

  

California Dreaming                                                                                             28.März2020                      
 

Am folgenden Tag bemerkte ich, dass ich bisher nur Nachtgeschichten geschrieben habe. Seit Tagen ist strahlendblauer Himmel, wenn’s auch ziemlich kalt ist und mitunter herrschen heftige Winde. Arbeiten am Bau, Straßenbau vor allem, Gleisbau etc. werden unvermindert fortgesetzt. Lebensmittelmärkte und Bäckereien haben geöffnet. Die öffentlichen Nahverkehrsmittel ziehen ihre Linien; auch wenn sie dies bei näherem Hinsehen so gut wie ohne Fahrgäste tun. So ist immer was los. Nur an leere Plätze und Straßen-Cafés mit ungenutzter Bestuhlung werd‘ ich mich wohl nie gewöhnen. Ein Nachbar in der Nähe meines Ateliers hat wieder mal einen Karton voller Bücher und kleiner Dinge und dem Hinweis ‚Zu verschenken‘ am Hauseingang platziert. Ich muss nicht lange auswählen und schon hab‘ ich einen Reiseführer von National Geographic über Kalifornien in der Hand und allerlei Träume im Kopf:

Die ferne Künstlerfreundin, die Straßen von San Francisco, die Red Woods und die Sequoias, I love L.A., Goldrausch, Hollywood, Mulholland Drive – da gibt’s nicht nur einen Film von David Lynch, sondern auch ein Gemälde David Hockney's von –, der Mono Lake, das Getty Center, das Contemporary Art Museum, die Sammlung Walter Conrad Arensbergs, Lana del Rey, The Hippie & Peace Era, Gouverneur Arnold Schwarzenegger, Waldbrände, Erdbeben, Golden Gate Bridge, End of Road 66, Monterey, John Steinbeck…

Doch nun geht es nicht zur ‚Straße der Ölsardinen‘. Ich steuere andere Gewässer an. Unweit der Augsburger Kahnfahrt, einem Restaurant mit köstlicher, schwäbischer Küche und Ruder- und Tretbooten dicht an dicht mit den Bänken am Ufer des Stadtgrabens, der sich in großzügigem Bogen an eine vor Jahrhunderten geschliffene Bastion schmiegt, steht eine wenig beachtete Kirche. Es ist die katholische Kirche Sankt Maximilian. Nördlich schließt sich die Klinik Vincentinum an, dort wo vor langer Zeit noch Klostergebäude des ehemaligen Franziskanerkonvents standen. Und leicht nordwestlich vorgelagert steht ein im Maximilian-Stil gebautes schon fast monumental wirkendes Gebäude. Nachdem es als Hauptkrankenhaus ausgedient hatte, zog dort die Fachhochschule für Gestaltung ein und es bot auch reichlich Raum für viele Künstler und Kreative.

Es muss dort auch eine Grundausbildung für Nomadendasein gegeben haben, denn letztere verschlug es in den Kunstpark West und von dort – in die vorläufig letzte Station – ins Gaswerkareal. Doch zurück zur Kirche. Das erhöhte Niveau des kleinen Parks beim Hauptkrankenhaus bot mir nicht nur den meiner Meinung richtigen Standpunkt fürs Stativ, sondern auch noch das passende frühlingshafte Grün als Vordergrund für meine Zeichnung. Damit die Augenlinie noch etwas höher anstieg, nutzte ich eine kleine Steinbank. So hatte ich nach verschiedenen Herangehensweisen in knapp einer halben Stunde ein gutes Dutzend Aufnahmen im Kasten.

Die Sonne zeigte sich noch über dem Dächerhorizont der Häuser entlang der Grabenstraße und so ging ich noch ein wenig dem Stadtgraben entlang spazieren. Lange verweilte ich am Fünfgratturm, den wir Augsburger aber Fünffingerleturm nennen. Klingt lieblicher und irgendwie auch nach einer Mehlspeise. Tatsächlich ist er aber so etwas wie eine Leihgabe aus Neuschwanstein. Mit dem Treppenhausanbau weiß ich nichts anzufangen und der Anbau auch nichts mit dem Turm, denn am Ende der Treppe steht man vor einer Wand, nicht vor einer Tür. In jeder Hinsicht ein Unikum unser ‚Fünffingerle‘. Eine junge Fotographin versucht der Sache wohl auf den Grund zu gehen. Jedenfalls war sie emsig dabei alle möglichen Fluchten und Details des Turms mit ihren Augen und der Linse zu inspizieren und bei gefallen zu digitalisieren; wobei wir wieder bei den Digits alias ‚Fingerle‘ angelangt wären.

Beim Brücklein versucht ein Angler sein Glück im stillen Wasser. Enten sah ich keine. Rentner hielten sich fern. Es gab auch keine Kinder, die nach dem Baden auf Kastanienbäume klettern. Dafür ist es ja noch zu früh. Doch Bertolt Brechts Gedicht ‚Vom Klettern in Bäumen‘1 klingt zeitlos:

„Es ist ganz schön, sich wiegen auf dem Baum!

Doch sollt ihr euch nicht wiegen mit den Knien.

Ihr sollt dem Baum so wie sein Wipfel sein:

Seit hundert Jahren abends: er wiegt ihn.

Da stehen ja auch die bunten Ruderboote bereit! Auch ich wäre bereit, nicht nur dazu, mit einem von ihnen über die Oberfläche es mysteriös ruhigen Grabenteichwassers zu ziehen, sondern bereit dafür mich auf den Quellwassern der Erinnerung hintreiben zu lassen, wie dereinst an einem heißen Augustnachmittag in geheimnisvollen Untiefen und in den vom Halley‘schen Kometen durchstreiften Weiten des Universums. – Doch dies ist eine andere Geschichte und ich weiß nicht mal, ob ich fähig wäre, sie so zu Herzen gehend aufs Papier zu bringen wie sie mir damals und auch noch jetzt die Seele wärmt.

Also weiter! Weg und fort von Gedankenwegen auf denen Illusion und Erinnerung zu gerne verschmelzen. So lasse ich das Kahnfahrtidyll hinter mir und begebe mich wieder in meine ‚Klause‘, wie ich mein Atelier auch gerne nenne. Es ist gut auch einmal über einen Tag in dieser Ausnahmezeit geschrieben zu haben. Draußen bricht nun die Nacht an mit ihren eigenen Geschichten. Hier in meinem Atelier liegt leise E-Musik in der Luft und ich beginne mit meiner noch lautloseren Arbeit. Darüber vergesse ich die Nächte in Ghost-City. – Haben unsere Vorfahren nicht geglaubt, dass nachts die Toten ihren Gräbern entsteigen und umherwandeln? Diese Nächte sind wie dafür geschaffen. Schlafen Sie gut!

 

 1 )  aus: Spaziergang mit Bertolt Brecht durch Augsburg, Horst Jesse, Brigg Verlag, Augsburg 1985, S.20

 

 

Miami Vice meets Interstellar                                                                             03.April2020

 

Der Äther ist voller Nachrichten über Isolation, Tod, Lageberichten, Statistik, nützlichen Hinweisen, Durchhaltesprüchen und mit dem nun ganz ins Netz eingezogenen Kulturleben, wo es als Streaming-Service, Online-Shop oder Gallery sein Leben 2.0 fristet. Groß nun die Versuchung auch hier die Erwartungen der Leser zu bedienen und alles unter dem Zeichen von Corona zu betrachten und zu berichten bis auch die letzten Begrifflichkeiten und Sätze hinter Klischees verschwinden mögen. Doch was dachte der am Verlust seines biographischen Gedächtnisses leidende Protagonist in Umberto Ecos Roman ‚Die geheimnisvolle Flamme der Königin von Loana‘ über Klischees: sie seien etwas, um sich „unter Leuten bewegen zu können“. Nützliche Übereinkünfte. Einstimmen in den Chor der allgemein verständlichen Muster. Ich frage mich selbst, ob ich in einer Weise schreiben möchte, welche mir ein möglichst zahlreiches Publikum beschert. Möchte ich dies?

Da ich weit mehr lese als schreibe und dabei viele Erzählungen echter Schriftsteller kennengelernt habe, und mir also bewusst bin, dass dies was ich hier tue allenfalls das Basteln von Texten ist und weiter nichts, ergibt sich die Antwort von selbst, denn von der echten Schriftstellerkunst bin ich genauso entfernt wie ein humorloser Mensch, der sich damit abmüht humorvoll wirken zu wollen. Ein hinkender Vergleich, auch deswegen weil es humorvolle Menschen gibt, deren Humor bei ihren Mitmenschen nicht ankommt. Ob dies vom Bildungsgrad abhängt, wie mir dies vor langer Zeit eine studierte Dame in einem Konfliktfall erklären wollte, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass Humor nicht gleichbedeutend mit Witzemachen und Lachen über alles ist, und dass es für eine Beziehung ungemein bedeutend ist, wenn man/frau nicht ständig darauf hinweisen muss, wann etwas als Spaß gedacht ist: Bitte lach‘ doch, das ist doch witzig! – Lachen auf Abruf? So geht’s nicht. Vielleicht aber so:

Kommt ein Mann zum Psychiater. „Hallo Herr M.! –Sie kennen meine Frage! Nun, was sind Sie, der Herr M. oder eine Maus?“ „Herr Doktor, ich bin der Herr M. und keine Maus“ „Dann ist ja alles bestens. Haben Sie noch Fragen?“ „Nein! Alles gut!“ „Freut mich für Sie! Dann können wir Ihren Fall endlich abschließen.“ – Herr M. verabschiedet sich und verlässt die Praxis. Da begegnet er auf dem Weg zum Gebäudeausgang einer Katze. Jählings kehrt er um und erscheint wieder beim Psychiater. „Was gibt’s?“ „Herr Doktor da draußen ist eine Katze!“ „Na und, Sie wissen doch, dass Sie keine Maus sind.“ „Ich schon, Herr Doktor, aber woher soll ich wissen, ob auch die Katze das weiß.“

Dass Partner sich zum Lachen bringen können und miteinander lachen können ist das Salz in der Beziehungsküche. Interessant wären in diesem Zusammenhang auch Untersuchungen zu den biochemischen, psychoemotional synergetischen Einflüssen des Lachens auf unsere Sexualität, unsere Gesundheit und unser Immunsystem. Sind Menschen, die häufiger lachen weniger anfällig für Corona?

Und somit bin ich wieder bei dem, ‚was uns in diesen Zeiten‘ bewegt und welche Folgen Covid-19 jetzt schon hat und haben wird: Liegen nicht schon Pharisäer auf der Lauer nach dem Unwort des Jahres? Wie geht es den vielen Infizierten? Wie geht es dem Wirtschaftswachstum? Um wieviel wird das BSP schrumpfen? Wann und falls ja, um wieviel Prozent wird es wieder wachsen? Was war der Höchstpreis für eine Mund-Nase-Schutzmaske? Wird sich die Tourismusbranche wieder erholen? Wieviel Museen schließen für immer? Wie wird der Bestsellerroman zu Corona heißen? Wird die nächste Leipziger Buchmesse ‚coronisiert‘ von Virusliteratur? Werden wir uns wieder den anderen lebensbedrohlichen Problematiken (Stichwort ‚globale Erwärmung‘, Artensterben, Waldsterben, Grundwasser, Böden) zuwenden?

Um wieviel sind die CO2-Emissionen ‚dank‘ Corona im Jahr 2020 zurückgegangen (eingedenk CO2-Ausstoss z.B. für Rechnerkühlung wegen erhöhter Internet-Nutzung)? Gibt es einen Anstieg im Online-Shopping? Ist die Corona-Krise wie eine Wende für Online-Geschäfte, Online-Teaching etc.? Um wieviel Prozent sind die Fälle häuslicher Gewalt angestiegen? Welche Auswirkung hatte die Coronakrise auf die Geburtenrate? Wird es nach der Coronakrise mehr Alkoholiker geben? In welchem Maß wurde die Auszeit z.B. für dringende Schulrenovierungen genutzt? Wir das Gesundheitswesen umstrukturiert/verbessert? Bleiben uns nach der Coronakrise Balkon-Konzerte und öffentliches Singen erhalten? Kann eine Zunahme des Denkens und Überdenkens registriert werden? Wird es einen Guide geben, wo zu finden ist, was von all dem, was uns ‚entgangen‘ ist, wann nachgeholt wird?...

– Living by Numbers - They don’t want your name! (…) Just your number! – ²

Werden die Menschen in den von Heuschreckenplagen heimgesuchten Gegenden unseres Planeten dazu befähigt das Beste daraus zu machen: nämlich nicht Gift über die schlüpfenden Hüpfer zu spritzen, sondern sie im großen Stil einzufangen, um sie zu schockfrosten und als Nahrungs-, Futter- oder Düngemittel zu nutzen?

Werden die Futter- und Nahrungsmittelhersteller lernen, darauf zu verzichten z.B. Soja und Palm zu importieren, somit dem Regenwald eine Chance zu geben und vielleicht feststellen, dass auch heimisch gezüchtete Crops und Seetang ausreichen?

Werden die Australier erkennen, dass nicht die Bäume schuld an den Buschbränden sind und nun, anstatt die verbliebenen Baumgeschöpfe abzuholzen, mit der Kohleverstromung Schluss machen und sich um das Great Barriere kümmern?

Werden die Völker sich von Regimes befreien können, die sich in dieser Krise wieder anstandslos als die endlose Fortsetzung reaktionärer und totalitärer Irrwege zu erkennen gegeben haben?

Derweil also weiter Menschen unterdrückt, Tiere ausgerottet, Korallenriffe gebleicht, Ressourcen vernichtet und Eis geschmolzen wird, bemerke ich dass draußen in der Umgebung meiner Wohnung gerade ein anderer Film läuft:

Eine Stunde lang sorgen sie da draußen nun schon für eine Akustik, wie im Vorspann von Miami Vice. Davor sah ich Rotkehlchen Fangenspielen, ein Buchfinkenweibchen im Gras picken und einige der obligatorisch zu jedem Garten gehörenden Amseln herumhoppeln. Der Blaulichtlärm war denen auch zuwider und so flogen sie weg. – Als alles wieder einigermaßen im Lot war mit Sonnenlicht, Rotkehlchenflug und Amselbesetzung – (Mini-Exkurs: Ist das nicht recht einseitig, immer nur Würmer aus dem Boden ziehen und runterschlucken? Was sagte doch gleich Rüdiger Nehberg über Würmer? Na ja, Spurenelemente müssten die glitschigen Fleischschläuchen ja genügend innehaben.) – setze ich mich wieder an mein Notebook, logge mich ein und starte bei YouTube ein MusikVideo mit dem Titel ‚Transforma‘ von Avina Vishnu. Kann zwar mit Jean Michel Jarre vortrefflich mithalten, ist heute aber eher etwas für die Abendstunden und dann mit Beamerprojektion für das oszillierende, regenbogenfarbene Sendebild, das mich an Nordlichter erinnert. Nach etwa fünf Minuten tappe ich in die nächste Präsentation hinein: glastropfig klingende Loops und ein Video mit überraschenden Bezügen zu Mauriz Cornelius Escher. Der Titel dieses Werks von Marc Cooper müsste gar nicht angegeben sein: Repetitions. Kevin McGloughlin schuf dazu ein Video, das süchtig nach Unendlichkeit macht, wie die Bilder Eschers, ohne dabei auch nur ein Werk Eschers zu zitieren. Dafür kommt mir eine Szene aus Christopher Nolan’s Film ‚Interstellar‘ in den Sinn. Ist es dort das endlos in alle Richtungen replizierte Zimmer mit der Bücherwand, so sind es bei McGloughlin die sich endlos stapelnden Balkonfassaden. Aus einer anderen Zeit versucht der Farmer Cooper – ein anderer Cooper, nicht Marc Cooper – Botschaften zu senden, indem er durch die Wand Bücher nach vorne schiebt; die Buchreihen sozusagen als Tastatur benutzt. Dabei schwebt er hinter dieser Bücherwandseite und über, unter und hinter ihm ist dieses endlos replizierte Zimmer zu sehen.

Seither stelle ich mir manchmal vor, dass es im Universum so etwas auch für mein Zimmer geben müsste, ohne dabei auf verschobene Buchrücken in meinen Regalen zu achten. Platz für kopierte Zimmer und Kopien aller Art gäbe es im Universum sicher genug. Nach Jostein Gaarders kleiner Spekulation ‚Der Zeitscanner‘³ könnte das Universum mehr noch, nicht nur die Räume, sondern alle Bewegungen, also alle Zeitabläufe speichern, sofern nur alles fortlaufend gescannt würde. Und angenommen, dem sei so, dann müssten wir nur einen Weg finden, wie wir auf den Speicher des Scanners zugreifen könnten und wie darin navigiert werden könnte. So gäbe es reality-tv quer durch die ganze Menschheitsgeschichte. Auf der einen Seite recht lehrreich, manche Fehldarstellung und Lüge ausradierend, aber auf der anderen Seite ist dies auch der paranoisierende Alptraum von der dann realisierbaren totalen, globalen Überwachung. Theoretisch wäre dann auch niemand mehr im letzten Schlupfwinkel des Universums davor sicher. Also nichts mit eben mal in ‚Das Restaurant am Ende des Universums‘4.

 

)² von New Musik: Living by Numbers, aus dem Jahr 1980

)³ aus Jostein Gaarder: Der seltene Vogel, dtv, München 1997

)4 von Douglas Adam: ‚Das Restaurant am Ende des Universums‘, Rogner&Bernhard, München 1982

 

 

Von Vögeln und anderen Sängern                                                                  06.April2020

 

Der Himmel über Augsburg ist aus hellblauer Seide. Der Frühling meldet keine besonderen Vorkommnisse. Im sich mehrenden Grün tummeln sich weiter weiße und gelbe Blütentupfen und die in den Himmel sich reckenden und verästelnden Hölzer zeigen schüchtern phallische Triebe. In der Luft liegen Gratiskonzerte unserer gefiederten Freunde.

Doch wo sind all die Menschen? Spaziergänger, Biergartenvolk, Liebespaare, Jogger, Walker, Biker…? Die wenigen Einzelgänger ziehen wie Verlorene umher und taugen nicht als Ausgleich für den in Goethes Faust beim Osterspaziergang reklamierten Mangel an Farben der Natur.

Beim Gehen fliegen mir Wörter zu, manchmal zufällig wie die Vögel, zumeist als gelernte Bezeichnungen für Gesehenes und Erahntes, damit ich sie in unsichtbare Verse einbette – immer dem nachhinkend, was mir der Weg vor die ‚Versfüße‘ wirft.

 

Wenn die blau'n Blüten schlafen schön

Und die Frühlingswinde zarter weh’n

Kann der Dichter keine Verse seh’n

Ist er doch des nachts am Geh’n

 

Das war in einer Nacht, als ich mein Fahrrad nicht benutzen konnte und per pedes nach Haus ging. Regen war angesagt. Doch ich trug den gelben Schirm umsonst mit mir. Auch der ‚Wortregen‘ war spärlich. Alles ein wenig eine Übung zur Kontaktbeschränkung. Doch es gibt auch andere Türen.

Bei manchen Begegnungen mit den Piepmätzen habe ich das Gefühl, dass sich die kleinen Tierchen vergewissern möchten, was mit uns Menschen denn los sei. Sie bauen fleißig Nester oder haben schon die erste Brut darin und sind alle recht emsig beschäftigt. Warum verstecken wir uns denn, wir müssten im Frühling doch auch Liebe machen?

So vieles geschieht hinter verschlossenen Türen. – Spät nach Mitternacht habe ich die Farbstifte beiseitegelegt. Der Himmel und die Gebäudefassaden samt Gliederung und Fenstern sind nun fertig. Dann frage ich noch schnell meine Digitalkamera, was ‚die zum Bild meint‘; sprich ich schieße ein Foto und sehe mir dann das Ergebnis auf dem Kamerabildschirm an. Bei den Blautonübergängen und der Schraffurausrichtung stimmt etwas nicht. Mit ein paar Farbstifteinsätzen kann ich das ausbessern. Feierabend. Nun kann ich also meine Tasche packen und mich auf den Heimweg machen. Im Radio lief bis zwei Uhr das Concerto Bavarese auf Bayern2. Ab dann läuft das Programm von Bayern Klassik. Irgendwann vertrieb mich aber von dort trauriger Chorgesang zu DLF Kultur. Weil es Mittwoch früh war, kam dort die Tonart Americana. Eigentlich hätte ich doch schon längst heimradeln können, aber da hörte ich die Stimme, ach was, ein Feuerwerk aus Singen, Lachen und Lauten der virtuos, total engagierten und ihre Lyrics so erfrischend extraordinary vortragenden US-Sängerin Lesley Kernochan. Bob Cash und Johnny Dylan heißt ihr Song. Und so blieb ich noch eine Weile und hörte auch die anderen Songs und ein Interview mit dieser Ausnahmesängerin. My new favorite!

Um etwa drei Uhr herum verließ ich das Atelier und radelte Richtung Wohnung. Zu dieser Spätabend- bzw. Frühmorgenstunde ist in Augsburg sowieso nichts los; sieht man von der Begegnung mit durchschnittlich zwei Kraftfahrzeugen und einem Fußgänger ab. Deswegen vermisste ich auch diesmal keine nennenswerten Lebenszeichen und musste dies zu meiner Erleichterung nicht einmal mit der Coronakrise begründen. Wie um dieses Gefühl zu bestärken, überholte mich auf den parallel zu einer Teilstrecke meines Heimwegs verlaufenden Gleisen ein Güterzug. Er transportierte Langholz. Wagon an Wagon voller Baumstämme. Wäre mein Radweg nicht weiter der Schienentrasse entlang verlaufen, trüge ich die Illusion eines unendlich langen Maschinengliedertiers mit mir; passend auch als Clip in Kevin McGloughlin’s Video zu Marc Coopers Repetitions. Doch die Wirklichkeit überholte mich in Form von Tausenden Tonnen Stahl und Holz. Und das konnte gar nicht lang genug sein, denn sie ist ein massiges Korrektiv gegenüber einer anderen, lähmenden Wirklichkeit: Auch zu Corona-Zeiten geht sehr sehr viel.

Bei all diesem Zusammenspiel aus Über-, Unter- und Nebenwirklichkeiten sollte doch keine ‚Wirklichkeit‘, ‚die Wirklichkeit‘ sein, vor der wir wie ein Kaninchen vor der Schlange erstarren.

Um eine ‚Coronisierung‘ unseres Denkens zu vermeiden, sollten wir vielleicht einmal nachdenken, wie wir weiter mit unserer Erde und unserem Leben umgehen wollen. Gegenüber dem, was uns erwartet, wenn diese Menschheit weiter so „wirtschaftet“ – müsste eigentlich „wegwerf- und totwirtschaftet“ heißen – wie bisher, ist Covid-19 – man verzeihe mir, wenn es jetzt so aussieht, als ob ich Leid, Trauer und Ängste Betroffener nicht respektieren würde – nur eine je nach medizinischer Ausrüstung und Art der Prävention unterschiedlich sich ausprägende Form von Urlaub.

 

 

Brandgefahr! - Schau mir in die Augen Kleines und versäume nichts                   21.April2020

 

Und dann gibt solche Tage an denen Du Dir im Radio anhören musst – freilich Du könntest abschalten oder den Sender wechseln – doch zu spät: „…Nach den großen Bränden ist dies vielerorts das gewohnte Geräusch. Umsturzgefährdete Bäume werden mit Motorsägen gefällt. Überall sprießt frisches Grün nach dem vielen, so lange erhofften Regen. (…) Doch nun hassen die in den Brandgebieten lebenden Australier die Bäume. Ohne Bäume gäbe es diese Buschbrände nicht. Die Bäume werden zu Feinden."

 

Einst sang Alexandra ‚Mein Freund der Baum ist tot‘ und diese Australier heute:

Mein Feind der Baum ist tot

Vorbei ist’s mit Angst und Not

Kein Brand und Schatten mehr

Freie Sicht auf’s überwärmte Meer

Aus dem bleichweiß die Korallen schauen

Als ob sie Riffe aus unsren Knochen bauen

Oh Mensch bist nicht Du des Lebens Feind

Du hörst nicht wie die Erde weint.

 

…“Offiziell ist das Baumfällen zwar nicht erlaubt, aber wo immer es geht, werden sie entfernt. Es gibt Gemeinden, die über das Pro und Contra zum Thema Baumentfernung zerstritten sind. (…)“

Hängt an einem Tag, an dem so eine Meldung – sozusagen als Garnitur zu den exorbitanten Regenwaldbränden am Amazonas – aus dem Äther kommt, sowieso der Haussegen schief oder anders gesagt, stimmt’s mit der Äquilibristik nicht so ganz, dann sitzt er schon mal resigniert da, lässt alles laufen, wirkt wie ein wenig narkotisiert, während in ihm Erinnerungen Freilicht-Kino spielen. Und es destilliert sich die an den Film ‚Das Wunder in der achten Straße‘1 heraus, an jenes tragikkomödienhafte, sozialkritische Leinwandmärchen, ein wenig Hoffnung oder zumindest romantische Flucht vor dem, was gerade in unseren Städten abläuft; bekannt unter dem Schlagwort ‚Gentrifizierung‘. – So sieht er also diesen Winzling, wie er mit seinen Scherenärmchen damit beginnt, ein Mosaiksteinchen vor der Treppe an der Ruine des niedergebrannten Hochhauses einzupassen. Schon kommen zahllos viele dieser krabbentierähnlichen Miniraumschiffe und es gelingt ihnen tatsächlich, das gesamte Bauwerk über Nacht wieder auferstehen zu lassen.  Von der Unerklärlichkeit ebenso wie vor der vollendeten Tatsache kapitulierend, welch letztere sie eigentlich durchs Feuerlegen mit destruktivem Ausgang für ihre Zwecke schaffen wollten, beschließen die Stadtbauherren das Gebäude zu verschonen und die glatten Skyscraper dürfen außen herum nach oben schießen.

Daran erinnert er sich und fühlt sich wie der Winzling am Anfang ganz allein, wo alles so vergeblich scheint; meint damit aber nicht den Wiederaufbau eines niedergebrannten Mehrstöckers, sondern ganz vermessen die Summe dessen, was er und seine Spezies auf diesem Planeten an Lebensraum und Organismen zerstören – pars pro toto: the Great Barriere Reef – , im Vergleich zu seinem Versuch, einigermaßen ökosystemkompatibel durchs Leben zu cruisen; freilich nicht ganz ohne Tröstung und auf einsamem Pfad: es sind schon ein paar Prozent der Weltbevölkerung, die auf dem Superdampfer ‚Kapitalismus‘ echt nicht mehr mitfahren.

Schluss. Vergessen wir das alles. Sich dessen bewusst zu sein, Teil einer absolut irren Spezies zu sein reicht vollkommen aus. Gerade war in den Nachrichten auch noch zu hören, dass von den ‚großen Nationen‘ dieses Planeten etwa 1,8 Billionen Dollar $ für die Rüstungsindustrie aufgewendet werden. Fit for War. Angesichts unserer existentiellen Aufgaben auf diesem Planeten ist das alles euphemistisch gesprochen: eine Riesen Sch…Schizophrenie! – Crisis? What a crisis? Supertramp-Album reinziehen. - Schluss! Das Schreiben zu diesem ‚Thema‘ hat hier schon einen soooo laaaangen weiiiiiiiissssen Baaaaaarrrt - Zurück in den Mikrobereich des Alltags.

 

Heute probierte er zum ersten Mal Einkauf mit Mund-Nase-Schutzmaske. Gut, dass auch ein Stirnband in Kombination mit einem frischen Papiertaschentuch diesen Zweck erfüllt. Nur die Brille muss runter, obwohl sie nur wenig beschlägt. Mit der Supermaske fürs Lackieren und Sprayen sähe er gar nichts mehr, sähe dafür aber gut genug aus für Rollen in Psychothrillern oder irgendwelchen SciFi-Streifen.

 

 

Ein Phantom ohne Oper

 

Mit der Stirnbandmaske stand er also an der Kasse und konnte die Kassiererin mit ihrer professionellen Vliesstoffmaske gut erkennen. Eine junge Frau. Eine Kassiererin. Keine Krankenschwester. – Da beide im Gesicht ihres jeweiligen Gegenüber nichts anderes sehen konnten, blickten sie sich von Augenpaar zu Augenpaar an. Keiner von beiden wusste, wer da jetzt schwach wurde oder sich so was einbildete. – Lebendig im Rhythmus der Wimpernschläge, die zwei astralorganischen Spiegel der Seele und darin Lichtblitze ferner Sonnen, vielleicht auch energetische Entladungen; vielleicht Zuneigung? – Der aber nur der Austausch von Barem gegen Ware folgte.

An dieser Stelle bietet sich ein geistiger Exkurs mit Gegenstand ‚Maske‘ an:

Ungewollt macht der westliche Mensch quer durch alle Bevölkerungsschichten eine vollkommen neue Erfahrung bei der Gesichtswahrnehmung. Die Mund-Nase-Maske bzw. das Tragen selbiger spielte sich bisher in bestimmten Gebäuden und Räumen ab – Operationssaal, Laboratorien usw. – oder lässt uns an smogverseuchte Megapolen in China oder Mexiko denken. Die Gesichtsverhüllung kennen wir auch als Staub- und Windschutz bei den Tuareg oder zur Verhüllung ihrer Schönheit bei Frauen muslimischer Tradition oder aus der Geschichte und aus Katastrophenfilmen.

Allesamt also im Verborgenen, Fernen oder Fiktionalen. Nun aber laufen die Menschen auf unseren Straßen mit Gesichtsbedeckung. Ein auf die Augen- und Stirnpartie begrenztes Gesichtsfeld zwingt uns dazu, uns in die Augen zu sehen. Bisher überflogen wir das Gesicht insgesamt und legten uns dabei nicht fest auf Nase, Mund, Wange, Auge oder Stirn und so mogelten wir. Nun aber kommen die Augen ins Visier und damit Aufrichtigkeit und Offenbarung. Dies wird sicher zu mancher Irritation führen. Wir werden sehen.

Irgendwann landete er wieder vor seiner Orakel(schaufenster)scheibe und las die Titel jener Bücher, deren Autoren es zumindest bis in diesen gläsernen Schrein geschafft haben: Der Wassertänzer, Harte Zeiten, Die wir liebten, Wenn das Schicksal anklopft mach auf, Wir holen alles nach…

Dieser Titel ist keine Denkschrift zur gegenwärtigen Lage. Nachholen und Versäumen sind die zwei Seiten derselben Medaille; geprägt aus dem Metall der Zeit. Aus der Feststellung etwas nachholen zu wollen lässt sich schließen, dass etwas ursprünglich geplant und verabredet war, doch es ist ein Umstand eingetreten, der seiner Realisation im Wege stand oder ein Termin wurde schlichtweg vergessen. Das Bedürfnis etwas nachholen zu wollen kann jedoch auch dadurch entstehen, dass nicht nur bestimmte Events oder Treffs nicht stattfinden konnten, sondern dass allgemeines, freies soziales Miteinander und Gewohnheitsleben wegfallen.

Er vermisste die vielen Begegnungen mit Menschen auf den Straßen, die nun fast leergefegt waren, und auch Begegnungen in den Geschäften und in den Straßen-Cafes. Es war so ruhig, als ob die Atmosphäre der Stadt sich aus ihr herausgeschlichen hätte. Es roch nach Verbannung. Nicht mehr nach ‚Stadt‘. Diese Ruhe gehört dem Wald. – Jetzt merkte er, wie er die Straßenmusikanten vermisste – selbst wenn sie die letzte Schnulze trällern sollten – , er vermisste das Klirren im Freien geleerter Bierflaschen, Scherben- sprung, Gelächter, babylonisches Plauderragout, ja selbst das Quietschen von Autoreifen. Und wann gibt es wieder Vernissagen? – Mit virtuellem Bildschirmfensterchen-Miteinander konnte er noch nie viel anfangen.

Diesem Vakuumstadium entspringt aber so vieles anderes. – Sonst gäb es diesen Text hier ja gar nicht! – Der Schreiber hätte es damit genug sein lassen können, Bücher zu lesen, in seinem Atelier zu arbeiten, seine Wohnung aufzuräumen und seine Regale auszuräumen und neu einzurichten, dabei zufällig ein Viertel Jahrhundert alte Fundstücke von einer seiner Reisen zu entdecken, sie aus ihrer Unsichtbarkeit zu befreien und in kleinen Glasbehältern im sichtbaren, das heißt den Augen zugänglichen Teil seiner Wohnung zu präsentieren. Nichts materiell wertvolles, aber bezaubernd schön anzusehen: Herzmuscheln, Napfmuscheln, Kegelschnecken und viele Steine. Einst gesammelt, um angefasst und angesehen werden zu können und dann in Reiseerinnerungen zu versinken.

Diese und andere Erlebnisse und Möglichkeiten ergaben und ergeben sich weiterhin nur wegen der Einschränkungen, die zu unser aller Wohl verordnet oder zumindest angeraten sind. Auf der anderen Seite würde, umso mehr wir auf all dem beharrten, was ohne Shutdown hätte stattfinden sollen oder können, sich ein wachsender Rückstau ergeben. Doch Dinge, die versäumt wurden oder versäumt werden mussten unterliegen den gleichen Gesetzen wie vor den Einschränkungen. Schon seit ungefähr dreißig Jahren grassiert eine spezielle Variante von Angst :  Fomo – fear of missing out. Es ist die Angst das Interessante zu verpassen und aus den vielen Angeboten das Falsche zu wählen. Und letztlich konsequent weitergedacht geht es schließlich ja darum überhaupt mit unserem Leben etwas Sinnvolles anzufangen. Der Shutdown entbindet von dieser 'Auswahlpflicht' und eröffnet Freiraum darüber nachzudenken: If you can’t go outside. Go inside!

Bitte erwarten Sie hier jetzt nicht Ausführungen dazu, wie ein sinnvoll gestaltetes Leben aussehen könnte. Geht auch gar nicht. Erstens gibt es kein Rezept und Zweitens liegen die Schlüssel in jedem Einzelnen. Am besten klappt’s vielleicht, wenn man mit dem Leben das Leben immer mehr lieben lernt.

 

Und damit nun zurück zum vorangegangenen Thema ‚Versäumen‘. Jetzt aber nicht mehr das versäumen von Events, Konzerten, Café-Luft usw., sondern Versäumtes im engeren Sinn.

„Was du im Augenblick nicht ergreifst, bringt dir keine Ewigkeit zurück!“ sagte Albert Schweitzer.

Nehmen wir an, du triffst auf der Straße eine Person, die dich ihrem Aussehen nach an eine große Liebe erinnert. Diese Person mobiltelefoniert gerade. Du bist dir unsicher ob sie es wirklich ist und du möchtest das Telefongespräch nicht unterbrechen. Also gehst du einfach weiter. Du gehst die Straße entlang weiter, meilenweit, Jahre, Lichtjahre weiter und du wirst nie erfahren, ob sie es nicht doch war. Und mangels Zeitmaschine wirst du daran auch nie wieder etwas ändern können. Du wirst dir den Rest deines Lebens immer wieder die Frage stellen, ob sie es war und warum du sie nicht unterbrechen wolltest und gefragt hast. Das heißt Versäumen.

Wie banal ist es dagegen zu erleben wie dir der IC von Berlin nach Augsburg, dessen Türtaste du soeben noch berührt hast, vor deiner Nase ohne dich abfährt. Da hast du wenigstens die Taste gedrückt. Ganz schön lang bis so ein nobler Schienenzug an dir vorbeizieht. Dann ist er weg. Dieser Zug ist abgefahren. Bei der Liebe ist er niemals abgefahren. Du sitzt immer drin, steigst ein, um, aus, weiter geht’s. Aber er ist niemals abgefahren. Deshalb hast du sie damals auch nicht angesprochen, denn so hast du immer diesen Traum und ein Wort hätte die Seifenblase berührt auf der sich all die Traumbilder dieser Liebe weiter spiegeln sollen. Ein so winziger Luftplanet zerplatzt so leicht.

 Hast du auch deswegen nicht die Aufnahmetaste gedrückt, als Lesley Kernochan’s Stimme Deine Gehörgänge mit ihrem Song ‚Bob Cash and Johnny Dylan‘ zu Country Clubhöhlen mutieren ließen? Wie gebannt bliebst du sitzen. Jetzt? Nein! Aufnahme? Zu spät! Du hörtest einfach nur zu. Mit halb offenem Mund warst du ganz offenes Ohr. Irgendwie so wie Lena Meyer-Landrut bei Kid’s Voice Casting im Februar bei SAT1, als die 14jährige Anne-Marie sang und Lena sich aus ihrer spacigen Drehkabine erhob und mit ‚Das gibt’s doch nicht!‘-Mundöffnung zu erstarren drohte. Auch sie musste eine Taste drücken, was sie der Punktemitteilung wegen tat. Doch dann ging sie ganz ‚high‘ auf ihren Heels auf Anne-Marie zu, machte ihr einen Heiratsantrag und nahm nach dieser nachdrücklichen Bitte, doch bitte ihn ihr Team zu kommen, wieder in dem vergnügungsparkstauglichen Raumschiffei Platz.

Und du drücktest die Aufnahmetaste des Pioneer-Cassettendecks also nicht. Hattest du das Gefühl, Lesley Kernochan dann zu unterbrechen? War es die Magie der Einmaligkeit und Vergänglichkeit in der Erstmaligkeit? Diese Illusion hast du genossen, denn versäumt hast du den Song nicht. Ihn gibt’s im Web und Lena Meyer-Landrut gibt’s dort auch. Und natürlich Streamingdienste für nahezu alles was uns Life entgeht. - Träume bleiben Träume und einige werden vielleicht ins Licht geboren. Doch Träume sind von Natur aus fürs Träumen gedacht und so wird weitergeträumt.

Dies gilt nicht für die meisten Wünsche derer, die so vieles nachholen wollen und im September oder vielleicht schon früher dies auch können. So wie es aussieht wird der September der Monat in dem dann vielleicht wegen der Vielzahl all die ausgefallenen Familien-, Geburtstags-, Abschluss-, Jubiläums-, Hochzeits-, Betriebs- und Siegesfeiern in komprimierter Form stattfinden werden. Ob allerdings das Kirschblütenfest nachgeholt wird, ist fraglich. Wenn ja, dann wie. Man könnte ja….? Nicht das Fest in Japan ist gemeint. Es gibt in Augsburg auch eines, natürlich viel viel kleiner, immer zu der Zeit, wenn die Blütenblätter der Zierkirschbäume in der Ulmer Straße die Gehsteige bedecken. Und werden dann die vielen Straßenfeste nachgeholt? Auch das Straßenkünstlerfestival ‚La Strada‘? Verbunden mit der Hoffnung, dass im September alles wieder besser ist, müssen wir einfach auf die Straße zum Feiern und natürlich auch wieder zum Demonstrieren. Vieles gibt es da, das potentiell nachholbar ist.

Zeit für eine Art Guide für ‘all the things you missed and all the things you’ll get back’ und Zeit zu lernen wie schnell sich alles ändern kann und was der Mensch selbst bei sich finden und neu gestalten kann.

Echt Versäumtes ist aber für alle Zeit verloren.

 

1( Das Wunder in der achten Straße, USA 1987, Regie: Matthew Robbins

 

 

 

Der große Knall – oder: Katastrophale Abkühlung                                                 30.April2020

 

In der New York Times vom 18. Juli 2048 steht, dass es bald wieder aufwärts gehen wird mit den USA. Ein Teil der eingestürzten Wolkenkratzer steht schon wieder, darunter auch das One World Trade Center. Die wichtigsten Straßen- und Schienenverbindungen können auch wieder benutzt werden. Doch sieht man von der Tatsache ab, das dieses weite Land schon von seinen Ursprüngen her von Einwanderern gestaltet worden ist, ist es erstmals in seiner Geschichte wirklich auf Hilfe von der restlichen Welt angewiesen. Deshalb bin ich auch hier. Mein Name ist Robert Milton, aber das ist nicht so wichtig. Vor mir liegt die aktuelle Ausgabe der NYT, daneben stehen eine Tasse schwarzen Kaffees und ein Aschenbecher. Ich mache einen tiefen Zug und durch die Rauchwolke blicke ich in den wolkenlosen Himmel über dem Hudson. Dort hat’s vor dreiundzwanzig Jahren auch Miss Liberty erwischt. Es war einer der folgenreichsten Vulkanausbrüche der Erdgeschichte. Die Ausbrüche des Samala auf Lombok in Indonesien im Jahre 1257 oder der des Tambora im Jahre 1815 waren dagegen nur Lagerfeuerchen. Erst einmal wurden Asche, Schwefelgase, Gestein mitsamt dem was so alles auf der Erde wächst von verschiedenen Stellen der Erdoberfläche aus als mehrstimmiges Präludium bis in die Stratosphäre geschleudert.

 

wir und welt in asche   love is in the air   von der zeit beiläufig ignorierte wettläufe des lebendigen im vergehenden, schmelzenden, kochenden, tosenden, krachenden… interplanetarisches geflüster   funkspruch von beta geuze verwellt ohne widerhall im all   kometen meteoriten mit billboards   rating von moddy‘s für‘s unternehmen gaia: B1   eine melange! und dazu ein glas leitungswasser bitte!   siebzehn mann auf des toten mannes kiste und ‘ne buddel voll rum! yahooh!   aalig, schleimig ursuppe, schuppe, schlund, schlonz   alter demiurg besäuft sich mit luzifer im leichenmeer   der feuerlurch liebkost godzilla! ohh du liebes teddybärchen!   blendung, blendung, blendung

 

Am siebten Tag geschah das Unvorstellbare: Die Caldera mit einer Fläche von ungefähr achtzig mal fünfzig Kilometer, etwa zwei Mal so groß wie das Saarland, platzte wie eine Blase. Allein schon der Lärm war tödlich. Bei Hotspot dachten die Menschen zur damaligen Zeit meist an Orte und Gebiete mit hohem Inzidenzwert oder vielleicht an eine Location an der was voll geil abging; nicht mehr aber an den Yellowstone-Hotspot. Abermillionen Menschen sind erstickt, verbrannt, wurden verschüttet oder ertranken. Alle Evakuierungs- maßnahmen dissoziierten zu geschäftiger Hilflosigkeit. Der Radius des Höllendrachenauswurfs war gigantisch. Erschütterungen und Druckwellen taten das übrige. Montreal, Quebec, Vancouver, Chicago, Detroit und alles was dazwischen liegt sind Geschichte. New York hat’s schwer erwischt. Paradoxerweise sind die erdbebengeplagten Metropolen San Francisco und Los Angeles mit einem blauen Auge davongekommen. Auch unser Planet selbst, was seine Rotation und seine Achsenneigung betrifft; auch wenn er dabei ein wenig ins Schlingern kam. Die Landkarte der nördlichen USA und des angrenzenden Kanada musste neu gezeichnet werden. Durch Risse und Verschiebungen entleerten sich die Großen Seen in die Bruchstellen und den enormen Krater. Meereswasser floss nach. Der Meeresspiegel ging um etwa zwei Zentimeter zurück. Alles weitere kennen wir von der Geschichte früherer großer Vulkanausbrüche, nur das es diesmal um ein vielfaches heftiger ausfiel: Jahre ohne Sommer, Abkühlung der Luft und der Meere, Wachsen der Gletscher, Giftregen, Missernten, Missgeburten, Sterben überall, Flüchtlingsströme und diese erschreckend phantastischen Sonnenuntergänge aus Blut und Feuer.

 

koala auf einer eisscholle  eukalyptusbonbonschlutzend   captain ahab auf dem weißen wal   beide skelettiert   noahs arche mit präparatsammlung in sicht   die verheißung des melchíades: buchstabensuppe    unlesbar in der ebbe   hundekönig und bering legen mit ihrer insel vor rio an   aufstieg der titanic nach dem rimbaudschen kuss des bateaux ivre   sirenengeheul   odyseus zerlegt das narrenschiff   fliegender holländer im bermudadreieck der capriorange   marianengraben wegen überfüllung geschlossen   im pyjama nach downunder   sindbad und der vogel rok gründen atlantis   strandgut, promenadenmischun- gen, fetzenfisch und klabautermann   ariel der wolkenschiffer in allen himmelsrichtungen   nessy auf hoher see   argonauten in poseidonischer schönheit besingen den malstrom   davon stand nichts in der reisebeschreibung   die taube frisst den ölzweig   zu wenige kamele, zu viel nadelöhre   wiederaufbaukredite   es geht voran   yes we can!   alles in deckung, alles in bedeckung, alles bedeckt, zugedeckt, zu sediment   schriftzeichen im kuchen(torten)anschnitt   raus hier, nichts wie raus hier weg, weg, fort   was? take it easy, alles tango, alles gut     aufhören, stopp it   bukowski, nein der lebowski, nööh der malkovic, der sich selbst ins hirn schlüpft   raus, raus, raus, aaaaaaaaah!!!!

 

Der amerikanische Patient selbst hat sich erst wieder Ende der Dreißiger des 21. Jahrhunderts so einigermaßen erholt. Von vielen Staaten der Erde fand sich Hilfe ein. – Und so bin also auch ich hierhergekommen. – Es ist Sommer im Jahr 2048 und noch immer fragen sich die Menschen, ob sie die Katastrophe nicht selbst herbeigeführt haben. Viele sind der Ansicht, dass alles was mit Vulkanologie und Tektonik zu tun hat, außerhalb unseres Einflussbereichs steht. Das scheint ja auch logisch. Auf der anderen Seite gab es da Anfang der Zwanziger die Zunahme der Frackingaktivitäten. Aus Gier noch mehr Gas aus den Schieferlagen herauszupressen und die Unabhängigkeit von anderen Ländern im Visier, erfuhren die verschuldeten, defizitären Fracking-Companies enorme finanzielle Hilfe und schon bald verdoppelte sich deren Anzahl. Die vielen Frackingfelder zogen sich wie Masern über das große weite Land. An irgendeinem Tag im Sommer 2025 muss der Erde die ihr von unserem Sonnensystem nicht ärztlich verordnete Akupressur zu viel geworden sein.

Fracking an Land, Wasserstrahlbomben in der Tiefsee und die vielen anderen Bohraktivitäten, all das und dazu noch die Veränderung der Wassermassenverteilung auf Grund der weggeschmolzenen Eispole mögen unbeabsichtigt zwar, aber in der Wirkung genau die Art von Stoß-, Wellen- und Presssinfonie ergeben haben – dazu komponiert nach den Prinzipien von Interferenz, Korrelation und Überlagerung –, die den Drachen erweckten.

 

big bang mit wotan und jupiter auf dem maat mons der venus   feuer, pyromanen, pyramidenschmelze, stalaktidenbruch, korallenflüge   www.weihrauch.orgie   gehörsturz   blutsturz   das es verschlingt sich selbst   müller&schuberts leierkastenmann der friert nicht mehr…wo oder überhaupt gibt’s noch…?   fröhliche eiszeit mit…   ohne...   vielleicht out of order   checkpoint nirwana   war noch niemals auf hawai und auch nicht in n.y.   empirekingkongbuilding   plumps   bloody sunday for bugs   dass man geld nicht essen kann   marathon der lemminge   hinterm silberstreif, unterm bluthimmel, in der hölle, vor harmagedon ohne kino blockbuster gebührenfrei   oder das weltgericht?   ‚die apokalyp- tischen reiter‘ – dazugesellt hat sich alister crowley – eine fahne schwenkend mit titelblatt – hinterherziehend wie die kraniche des ibykus – alle blätter des ‚book of the law‘   schießt ein kristallblauer splitter übers rotgelbe schuppenkleid   gewölle, wucherwolken wolkenbleigeschwulst weiter wucherbrausend   bäume wie fische pfeilgeschwind   zitterblitzezucken   bebendonnerknall  

 

Der von Wissenschaftlern berechneten Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs alle ein Million Jahre wurde ein deutlicher Vorsprung beschert und nun müsste rein statistisch erst ein mal für eine Million Jahre Ruhe herrschen. – Ruhe genug für den neuentstandenen meeres- gleichen Riesensee, auf dem Schiffe gleiten, über dem Seevögel aus dem Himmel schreien und in dem die Rücken von Meeressäugern und Fischen das Wellenmuster schmücken. Am Nordende gibt’s auch wieder genügend Eis für die weißen Bären und die Nordwest-Passage ist wieder ins Reich der Legenden verwiesen. Dafür treibt Neugier die Menschen zur Tiefenerkundung. Nicht lange und das schottische Nessy wird wohl nur ein Würmlein oder ein Baby eines Meeresungeheuers oder sintflutlichen Sauriers sein, den man hier gesichtet haben will.

 

es kriecht ans land   schienendies- und -jenseits   eiskunst   krallenfinger greifen kalt   fahrt ins leere   ohh! der kurs! ohh du schöne!   nimmermehr   es vermehrt sich nimmerland   ins land wo die kristalle glühn   den steuermann haben die gonokokken vernascht   lasst uns erfolgslieder singen   heidi! heide!   der eisberg ruft   der eisbär kalbt   happy birthday!   time for the end of history!   collecting teardrops in a papercup   time to go   show must go on   take the hot way home   home hot home   alabim alabam alabama   alibaba und die vierzig banker   burnout in las vegas   under ice in anchorage   all acquaintance be forgot   hollywood   redwood   bollywood   tollwood   feuerwut   brunst der apokalypse now and forever   nichts geht verloren im universum   oszillierend, kaleidoskopisch, stroboskopisch, pulsierend, konvulsierend, plastisch, zerstobend, divergierend   ins auge des ewigen   blubb

 

Als er aufwachte lag die SZ-Beilage der N.Y.T. vor ihm und daneben stand schwarzer, kalter Kaffee. Im Café gab es nur wenige Gäste. Die Kellnerinnen plauderten hinter der Theke. Sie hatten ihn bei seinem Nickerchen nicht gestört. Angenehm rücksichtsvoll. In den zum Teil geöffneten, zimmerdeckenhohen Glastürflügeln hängt kalt und fern der Sommersee mit seinen scharfen Uferkanten aus Dachziegeln und Mauerkanten: Eingefasstes klares Lichtblau ohne Zugabe jedweder Art von Luftschwimmern. – Er sah bedacht um sich, denn er wollte sich vergewissern, ob dies hier alles greifbar echt ist oder nicht auch nur ein Traum. – All we can see is a dream within a dream –

Zwitschert da nicht jemand „An der Copa! Copacapana…!“ Ja! Burni ist wieder unterwegs. „Hey Burni! Was geht!“ „Howdi! Robbi! Was soll schon geh’n. Der neue FCA-Trainer geht hoffentlich bald ab. – Und wie läuft’s denn bei Dir so?“ – „Wie immer. Gedankenfischzüge und leere Netze.“ – Mit Blick auf die Tischfläche „Und hilft die N.Y.T. dabei?“ – „Hab‘ nur die Schlagzeilen überflogen. Nichts Besonderes.“ – „Ich pack’s dann wieder. Halt die Ohren steif Alter!“ – „Selber! Guten Cruis noch!“ – Derweil durchschritt den Mittelgrund der Szene wieder eines dieser Geschöpfe, dessentwegen er jedes Problem, jeden Konflikt, jede Krise – gleich ob Kuba-, Pershing-, Öl-, Finanz-, Flüchtlings-, Klima-, Coronakrise, usw. egal – für beiläufig erklärte; denn was sei dies alles gegen diese Eva. – Paradise is now! – Als er glaubte, wieder einigermaßen klar im Kopf zu sein, stand eine junge Kellnerin vor ihm und fragte, ob er noch etwas wünsche. Ihre Augen tänzelten wie zwei Blumentierchen auf dem Rand ihrer Maske. „Ich bezahl alles!“ erwiderte er halb singend.

Ein Träumer am Rand seines abgenutzten Schachbretts. Die Spielfiguren haben ihm längst schon gekündigt. Lagen aus Staub und Zeit haben das Muster unter sich begraben. - Nun watet er durch die vom Sommer verschwenderisch ausgebreiteten Hitzewellen. Im Atelier ist die Luft kühl und es duftet ein wenig nach Lavendel. Kaffee hatte er ja vor kurzem, also füllt er etwas frisches Wasser in seine Tasse.

 

 

>>>> Tipp: Wer es hier nicht lesen mag, eine Textdatei auf der Festplatte anlegen und dann >>>> einen oder alle Texte einfach markieren und kopieren und in die Textdatei Ihres PC   >>>> verschieben.

 

Letzter Eintrag bzw. letztes Hochladen meiner Textdatei erfolgte am 30.12.2020

 

 

Ein Gutes, Erfülltes Neues Jahr wünscht Euch Norbert Diem

 

 

(Das) Kreuz(mit der)schifffahrt - oder: Island Earth meets Capitalism

 

 

Sonstiges

Keine Bange! Wir werden nicht verhungern. Und wenn’s knapp wird, esst nicht wahllos die lieben Tiere auf! Esst Biber! Die knabbern gerade wieder so viele Bäume weg – Trotz Klimakrise! – Biberschnitzel mit Bratkartoffel oder Algen. Nachspeise: Kandierte Heuhüpfer. – Tja und hoffentlich reicht’s WC-Papier. So schnell wird aus dem was Biber an Bäumen fällen kein Klopapier. Ich plädiere nicht dafür, hier von einem ökologischen Kreislauf zu sprechen.

 

Tipp

Ernährt Euch basisch – also Gemüse, Salat, Obst… (Brot, Weißmehl, Fleisch… machen sauer – Also doch nix mit Biber!) – Körper mit basisch stimuliertem Stoffwechsel werden von Viren und Bakterien eher gemieden.

Für nähere Auskunft einfach Googlen oder Fachleute anrufen!

Bleibt gesund und ernährt Euch redlich (mit oder ohne Biber)!

 

Desweiteren: Türgriffe nicht mit bloßen Händen öffnen (Manchmal geht's mit Ellbogen, meist benötigt ihr Handschutz, z.B. Handschuhe oder was ihr gerade zur Hand habt, z.B. eine Stofftasche etc.) - In vielbesuchten Discountern, in der Bahn und im ÖNV die FFP-Masken verwenden (draußen genügen die schmucken Lappen) - Sicherheitsabstand einhalten (mit oder ohne Maske!) - Hände gründlich mit Seife Waschen genügt - Wo Infektionsmittelbehälter angeboten werden, diese so betätigen, dass die Kontaktkette unterbrochen ist - Aerosolstauräume (z.B. kurze Gänge in Wohnblocks) regelmäßig kontrolliert lüften

 

 

Wem’s gefällt, wem was nicht gefällt oder was auffällt kann gern ins Gästebuch schreiben oder an


art-for-ever@gmx.de

 

 

 

v.i.s.d.p Norbert Diem, Bergiusstr.68a, D-86199 Augsburg              ähnlichkeiten mit lebenden personen und tieren sind

Atelier NeuSehLand, Dominikanergasse 3, D-86150 Augsburg          rein zufälliger natur und unbeabsichtigt     Corona 2020

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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